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Die Wahl des bisherigen Vorsitzenden Peter Brock (li.) zum Ehrenvorsitzenden des BSBD NRW war einer der Höhepunkte des diesjÀhrigen Gewerkschaftstages.

Gewerkschaftstag ernennt Peter Brock zum Ehrenvorsitzenden des BSBD NRW

Das Votum der Delegierten war wirklich ĂŒberzeugend, einstimmig sprachen sie sich dafĂŒr aus, den bisherigen Landesvorsitzenden Peter Brock zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Sein Nachfolger Ulrich Biermann hatte diesen Vorschlag unterbreitet. Der Delegiertentag war ihm mit beeindruckender Geschlossenheit gefolgt. Auch der Geehrte ließ aufkeimende Emotionen erkennen und zeigte sich sichtlich gerĂŒhrt.

Es dauerte schon etwas, bis Peter Brock seine GefĂŒhle wieder unter Kontrolle hatte. Mit seinen ganz persönlichen Regungen stellte der scheidende Vorsitzende nochmals unter Beweis, mit welcher emotionalen Bindung an den BSBD und mit welch einem beeindruckenden Engagement er in den zurĂŒckliegenden acht Jahren das Amt des Vorsitzenden erfolgreich ausgeĂŒbt hatte.

Der neue Vorsitzende hatte den Tagesordnungspunkt „Ehrungen“ genutzt, um seinen VorgĂ€nger fĂŒr diese ganz besondere Auszeichnung vorzuschlagen. ZunĂ€chst hatte er ausgefĂŒhrt, wie besonders wichtig ihm gerade dieser Tagesordnungspunkt sei. Kolleginnen und Kollegen, die sich ehrenamtlich fĂŒr die Interessen des Vollzuges und fĂŒr die eigenen Interessen engagieren, hĂ€tten ein Anrecht darauf, dass dieses Engagement zumindest bei Beendigung dieser TĂ€tigkeit einmal öffentlich anerkannt und gewĂŒrdigt werde, fĂŒhrte Ulrich Biermann aus.

Wenn sich Menschen um die berufliche Fortentwicklung aller im Strafvollzug tĂ€tigen Berufsgruppen im Rahmen des ĂŒbernommenen Mandats verdient gemacht haben, dann sind sie ein Vorbild fĂŒr die NachwuchskrĂ€fte. Sie geben damit ein gutes Beispiel dafĂŒr ab, dass sich die kollektive Wahrnehmung der spezifischen Anliegen von Strafvollzugsbediensteten lohnt. Und dieses positive Beispiel fordert zum Mitmachen auf. „Nachwuchsgewinnung stellt auch fĂŒr die Gewerkschaft ein Problem dar“, meinte der neue Vorsitzende, „die Verpflichtungen in Beruf und Familie sind vielschichtig und dann ist auch das Freizeitverhalten vielfĂ€ltig geworden.“

Ein hoher Organisationsgrad fĂŒhrt zu gewerkschaftlichen Erfolgen

Dabei ließe sich durch einen Blick ĂŒber die Landesgrenzen erkennen, wie werthaltig ein solches Engagement sein kann. Immerhin weisen die LĂ€nder im Norden unseres Kontinents die höchsten gewerkschaftlichen Organisationsgrade auf. Und gerade in diesen LĂ€ndern werden die höchsten GehĂ€lter gezahlt. Dass diese beiden Fakten einander bedingen, darf getrost unterstellt werden.

Anschließend bat Ulrich Biermann seinen VorgĂ€nger Peter Brock auf die BĂŒhne. Dem folgenden Votum des Gewerkschaftstages, Peter Brock zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, folgte minutenlanger, stehender Applaus, so dass der Geehrte ĂŒberwĂ€ltigt schien. Erst nach und nach konnte sich der neue Vorsitzende Gehör verschaffen.

„Lieber Peter, Du hast die Gewerkschaft Strafvollzug acht Jahre lang in einer vorbildlichen, kollegialen Art gefĂŒhrt. In der vergangenen Woche hast Du Deine letzte Urkunde aus den HĂ€nden des Ministers der Justiz erhalten. Damit endete Deine berufliche Laufbahn als aktiver Beamter im nordrhein-westfĂ€lischen Strafvollzug. Es war zugleich der Endpunkt einer Karriere, die Du am 01.09.1982, im Alter von 25 Jahren, begonnen hattest.

Erst nach einem Jahr erfolgte Dein Eintritt in den BSBD, der fortan Deine gewerkschaftliche Heimat sein sollte. Nach langer passiver Mitgliedschaft warst Du am 18.03.1994 bereit, Verantwortung im OV Rheinbach zu ĂŒbernehmen. Du wurdest zum Vorsitzenden der dortigen Untergliederung gewĂ€hlt. Damit war die Basis fĂŒr Deine weitere gewerkschaftliche Karriere gefehlt.

Seit 2011 hat Peter Brock den BSBD NRW erfolgreich gefĂŒhrt

Auf dem Gewerkschaftstag in DĂŒsseldorf, wurdest Du im September 2011 zum Vorsitzenden des BSBD NRW gewĂ€hlt. Zuvor hattest Du bereits das Amt eines Stellvertreters inne und warst mit den Aufgaben des Rechtsschutzbeauftragten betraut. Neben der gewerkschaftlichen Aufgabenwahrnehmung warst Du zunĂ€chst Vorsitzender des örtlichen Personalrates in Rheinbach, Mitglied des damaligen Bezirkspersonalrates und schließlich hast Du bis zum Eintritt in den Ruhestand die Aufgaben des Vorsitzenden des Hauptpersonalrates Justizvollzug beim Ministerium der Justiz in DĂŒsseldorf wahrgenommen.

Alle Dir ĂŒbertragenen Ämtern, Funktionen und Aufgaben hast Du stets unter ZurĂŒckstellung persönlicher Interessen mit der Dir eigenen kollegialen Verantwortung und Akribie wahrgenommen. Es ist Dir in Deiner Ägide gelungen, dem BSBD NRW ein neues Profil zu geben, das der Gewerkschaft Strafvollzug bei Politikern und der Administration Ansehen, Respekt und Beachtung verschafft hat.

Dabei war es egal, in welcher Funktion Du Aufgaben wahrgenommen hast. Dein Wort und Deine Personen standen stets als Synonym fĂŒr den BSBD NRW. Du wurdest gehört, geachtet, Dein Wort hatte Einfluss. Damit ist Dir die Rolle des verlĂ€sslichen Maklers fĂŒr die Interessen der Strafvollzugsbediensteten quasi automatisch zugefallen.

"Die Erfolge Deines gewerkschaftlichen Engagements können sich sehen lassen!"

Dir ist es gelungen, in Deiner Amtszeit ganz wesentliche Verbesserungen fĂŒr alle im Strafvollzug tĂ€tigen Berufsgruppen durchzusetzen. Beispielhaft möchte ich hier neben der deutlichen Anhebung des Dienstkleidungszuschusses fĂŒr die uniformierten Kolleginnen und Kollegen, die WiedereinfĂŒhrung der RuhegehaltsfĂ€higkeit der Strafvollzugszulage sowie deren Erhöhung auf das Niveau der Polizeizulage nennen. Allein von finanziellen Anhebungen profitieren heute alle Kolleginnen und Kollegen.

Doch auch den vollzuglichen VerĂ€nderungen hast du in dieser Zeit „Deinen Stempel“ aufgedrĂŒckt. Sowohl bei der Expertenanhörung zur EinfĂŒhrung des neuen Landesstrafvollzugsgesetzes wie auch im Anhörungsverfahren zum Justizdatenschutzanpassungsgesetz war Deine Sichtweise und Dein Wort von den zustĂ€ndigen Gremien stets gefragt.

Innerhalb des BSBD NRW ist die von Dir forcierte „basisorientierte Gewerkschaftsarbeit“ anerkannt und unumstritten. Jeder kann sich einbringen, jede Stimme wird gehört. Diese Ausrichtung der Gewerkschaftsarbeit wird kĂŒnftig fĂŒr die Arbeit des BSBD bestimmend sein, weil ich BewĂ€hrtes mit Sicherheit nicht ĂŒber Bord werfen werde.

Unserem Dachverband, dem DBB Nordrhein–Westfalen, Beamtenbund und Tarifunion, bist Du stets ein verlĂ€sslicher Partner gewesen. Du hast mit fachlicher Kompetenz die zuvor abgestimmten gewerkschaftlichen Ziele unserer Fachgewerkschaft immer nachdrĂŒcklich vertreten. Bei den vielen GesprĂ€chen und Verhandlungen hast Du nie die Interessen der Kolleginnen und Kollegen vor Ort in den Anstalten aus dem Blick verloren.

Auch auf der Bundesebene hast Du als Vorsitzender des grĂ¶ĂŸten Landesverbandes stets Respekt und Anerkennung erfahren. Die Stellung unseres Landesverbandes im Bund war Dir ein besonderes Anliegen. Dort hatten Deine Worte und Argumente Gewicht.

„Ich habe viel von Dir lernen können!“

Als einer Deiner Stellvertreter habe ich sehr eng und vertrauensvoll mit Dir zusammenarbeiten können. Das hat mich sicherer werden lassen im Umgang mit Gremien, Vertretern der Administration und Politikern. DafĂŒr bin ich Dir, lieber Peter, zutiefst dankbar.

Wir alle haben Dich nicht nur als „Chef“ unserer Gewerkschaft Strafvollzug gesehen, sondern als Kollegen und Freund sehr geschĂ€tzt. DafĂŒr, lieber Peter, möchte ich Dir im Namen unseres Landesverbandes mehr als einfach nur DANKE sagen.

Wir wollten Dir und Deiner Partnerin nicht nur einen Aufenthalt in MĂŒnchen schenken, sondern auch den Besuch des Fußballspiels Bayern gegen Borussia Mönchengladbach. Ich hoffe, dass Du Spaß an dem Wochenende haben wirst. FĂŒr den Sieg Deiner Borussia musst Du aber schon selber sorgen. Namens des BSBD NRW wĂŒnsche ich Dir fĂŒr die Zukunft alles Gute, viel Gesundheit und ungebrochene Schaffenskraft, weil Du im BSBD noch lange nicht entbehrlich bist“, schloss Ulrich Biermann die Lobrede auf seinen AmtsvorgĂ€nger.

Nach dieser WĂŒrdigung brandete spontaner Applaus auf, der bei vielen GefĂŒhle der RĂŒhrung auslösten. Um zum inneren Gleichgewicht zurĂŒckkehren zu können, waren die vielen Umarmungen des neuen Ehrenvorsitzenden ein durchaus stabilisierender Faktor.

Peter Brock: „Es war mir eine Ehre!“

Der neue Ehrenvorsitzende des BSBD NRW wird auch kĂŒnftig fĂŒr die Fachgewerkschaft tĂ€tig sein und die Sachbearbeitung des Rechtsschutzes ĂŒbernehmen. Diese Aufgabe kennt er aus frĂŒherer Zeit, ist darin sehr versiert und kann seine große Fachkompetenz noch in der konkreten Arbeit fĂŒr die Kolleginnen und Kollegen unter Beweis stellen.

Bei der Erwiderung stellte Peter Brock noch einmal fest, dass es ihm immer Spaß gemacht habe, dem BSBD NRW vorzustehen. Mit der Zeit sei er in diese Aufgabe, vor der er zunĂ€chst großen Respekt empfunden habe, hineingewachsen und habe nach und nach an Sicherheit gewonnen. Die Erfolge, die sich im Laufe der Zeit einstellten, hĂ€tten ihn dann auch ein StĂŒck weit stolz gemacht, weil mit harter Arbeit doch etwas fĂŒr die Kolleginnen und Kollegen erreicht und bewirkt werden könne. Zum Abschluss rief er den Delegierten zu: „Es war mir eine Ehre, dem BSBD NRW acht Jahre lang als Vorsitzender dienen zu dĂŒrfen!“