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Die JVA Euskirchen ist landesweit die erste Einrichtung, in der ein Inhaftierter positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde.

Erster Inhaftierter positiv getestet

Es war zu erwarten und keinesfalls ein Aprilscherz als gestern bekannt wurde, dass in der JVA Euskirchen, einer Einrichtung des offenen Erwachsenenvollzuges, der erste Gefangene in Nordrhein-Westfalen positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden ist.

Das Untersuchungsergebnis machte es erforderlich, sehr schnell zu reagieren und zu handeln, um das Entstehen einer un√ľbersichtlichen Infektionskette sicher zu unterbinden.

Bei dem Inhaftierten handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Mann mittleren Alters, der in der JVA Euskirchen den Rest einer vierj√§hrigen Freiheitsstrafe verb√ľ√üte, die wegen verschiedener Finanzdelikte gegen ihn erkannt worden war. Der Gefangene war au√üerhalb der Vollzugseinrichtung besch√§ftigt. Nach Auskunft des Ministeriums der Justiz wurde sein Arbeitgeber unverz√ľglich unterrichtet, damit in dem Betrieb Vorsorgema√ünahmen eingeleitet werden k√∂nnen.

Die Vollstreckung der Freiheitsstrafe ist unverz√ľglich unterbrochen worden. Der Inhaftierte befindet sich derzeit in seiner Privatwohnung unter Quarant√§ne. Die Kontakte des Betroffenen in der JVA Euskirchen hielten sich, wohl auch wegen seines beruflichen Einsatzes in einem Unternehmen der Privatwirtschaft, in sehr engen Grenzen.

Vier Gefangene, zu denen er sporadisch Kontakt hatte, sind innerhalb der Einrichtung in einem Bereich untergebracht worden, der f√ľr interne Quarant√§nema√ünahmen vorgesehen worden ist. Zu Kolleginnen und Kollegen, so verlautete seitens der Anstalt, habe der jetzt positiv getestete Gefangene keine engen k√∂rperlichen Kontakte gehabt. Isolierungsma√ünahmen seien daher nicht geboten gewesen. Dieses Vorgehen sei in Abstimmung mit dem zust√§ndigen Gesundheitsamt erfolgt.

Um auf solche F√§lle vorbereitet zu sein, hatte Peter Biesenbach (CDU), Minister der Justiz des Landes NRW, in der vergangenen Woche bereits Ma√ünahmen getroffen, um bis zu 1000 Haftpl√§tze zu r√§umen, um sie f√ľr Quarant√§nema√ünahmen nutzen zu k√∂nnen. Nun werden Ersatzfreiheitsstrafen derzeit nicht vollstreckt. Strafen bis zu eineinhalb Jahren wegen minder schwerer Delikte k√∂nnen unterbrochen und bei Strafen bis zu zw√∂lf Monaten kann die Vollstreckung aufgeschoben werden.

Friedhelm Sanker

Foto im Beitrag © Archiv BSBD NRW