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Normalit√§t wird nur die Impfung zur√ľckbringen k√∂nnen.

Zahlreiche Infektionen in Kölner Vollzugseinrichtung

Die Pandemie, deren Gefahren sich so unspektakul√§r ‚Äěanschleichen‚Äú und die mitunter doch eine lebensbedrohende Krankheit ausl√∂sen k√∂nnen, besch√§ftigt die Gesellschaft seit fast einem Jahr. Deshalb ist es nat√ľrlich verst√§ndlich, dass die Menschen sich nach Normalit√§t sehnen. Vielfach wird dieser Wunsch allerdings von einem Verhalten flankiert, das risikobehaftet sein kann.

Speziell in Einrichtungen, in denen Hygieneregeln nur schwer einzuhalten sind, wie dies im Vollzug der Fall ist, sollte verst√§rkt auf Vorbeugung gesetzt werden. In K√∂ln-Ossendorf ist es wahrscheinlich zu einen gr√∂√üeren Corona-Ausbruch unter den Kolleginnen und Kollegen gekommen. Seitens der Vollzugseinrichtung hie√ü es am Freitag, dass eine Beamtin sich nachweislich infiziert habe, bei einundzwanzig Bediensteten seien die durchgef√ľhrten Schnelltests positiv ausgefallen.

Bei den Getesteten handelt es sich um direkte Kontaktpersonen der infizierten Kollegin. Alle Betroffenen, so die Anstaltssprecherin, seien nach Hause geschickt worden, um dort die Ergebnisse der durchgef√ľhrten PCR-Labortests abzuwarten. Erwiesen sich diese Tests ebenfalls als positiv, w√ľrden die Betroffenen in eine zweiw√∂chige Quarant√§ne geschickt.

Aus Pr√§ventionsgr√ľnden sind Schnelltests bei 50 weiteren Bediensteten, die keinen unmittelbaren, jedoch engeren Kontakt zu der infizierten Kollegin hatten, durchgef√ľhrt worden. In allen F√§llen erbrachten die Schnelltests ein negatives Ergebnis. Sicherheitshalber, erl√§uterte eine Vollzugssprecherin, w√ľrden auch in diesen F√§llen PCR-Tests durchgef√ľhrt werden, um weitere Infektionsrisiken unbedingt zu vermeiden.

Dieser durchaus spektakul√§re Corona-Ausbruch stellt die JVA K√∂ln-Ossendorf vor ein erhebliches Personalproblem. Seitens der Vollzugseinrichtung war man zwar optimistisch, das Problem beherrschen zu k√∂nnen, falls sich die negativen Testergebnisse bei den f√ľnfzig Kolleginnen und Kollegen best√§tigten. In diesem Fall lie√üe sich der personelle Engpass bis in die kommende Woche √ľberbr√ľcken.

Positive Befunde w√ľrden jedoch die aktuelle Personalknappheit verst√§rken. Die Einrichtung w√§re vermutlich auf Unterst√ľtzung angewiesen. An diesem Einzelfall ist exemplarisch ablesbar, wie knapp die Personalausstattung des Vollzuges ist. Zwar hat es in den zur√ľckliegenden Jahren Personalzuw√§chse gegeben, doch von einer ausk√∂mmlichen Ausstattung ist der Vollzug noch weit entfernt. Dies wird immer dann deutlich, wenn au√üerordentliche Ereignisse diesen Mangel sichtbar werden lassen.

Der BSBD hat bereits fr√ľh darauf aufmerksam gemacht, besonderes Augenmerk auf Pr√§ventionsma√ünahmen zu legen. Dies ist deshalb so wichtig, weil uns in naher Zukunft Mutanten des SARS-CoV-2-Virus bedrohen werden. Nachdem das Problem der FFP2-Masken gel√∂st zu sein scheint, muss alles darangesetzt werden, ein Impfprogramm f√ľr die Kolleginnen und Kollegen auf den Weg zu bringen, damit alle Impfwilligen m√∂glichst schnell gesch√ľtzt werden.

Der K√∂lner Fall macht deutlich, dass Ausbr√ľche in mehreren Einrichtungen den Vollzug als Gesamtsystem an seine Leistungsgrenze bringen w√ľrden. In K√∂ln ist der Besucherbereich geschlossen worden, um Personal anderweitig einsetzen zu k√∂nnen. Solche Ma√ünahmen zu Lasten der sozialen Kontakte der Gefangenen sind nur zeitlich eng begrenzt realisierbar, weil die Einrichtungen sich sonst zu kaum beherrschbaren Pulverf√§ssern entwickeln w√ľrden. Und damit w√§re niemandem gedient. Die Verantwortlichen sind deshalb gefordert, besonders das Impfen jener Kolleginnen und Kollegen zu beschleunigen, die hierzu Bereitschaft erkennen lassen.

Friedhelm Sanker

Symbolfoto im Beitrag © DragonImages / stock.adobe.com