Fachschaft ‚ÄěGehobener Sozialdienst‚Äú

In den Justizvollzugsanstalten und Jugendarrestanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen sind derzeit ca. 330 staatlich anerkannte Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter bzw. staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen im gehobenen Sozialdienst eingestellt.

Die Angeh√∂rigen der Sozialdienste wirken an der Erf√ľllung der Aufgaben des Justizvollzuges einschlie√ülich des Vollzuges der Untersuchungshaft, der Sicherungsverwahrung und anderer Freiheitsentziehungen sowie der Vollziehung des Jugendarrestes mit. Die T√§tigkeit richtet sich nach den geltenden Gesetzen, Vorschriften und institutionellen Regelungen.

Grundlage f√ľr die fachliche und inhaltliche Ausgestaltung der sozialarbeiterischen / sozialp√§dagogischen T√§tigkeiten stellen die Richtlinien f√ľr die Fachdienste dar (AV d. JM vom 18.12.2015 ‚Äď 2400 ‚Äď IV. 54). Zusammenfassend hieraus lassen sich die Aufgaben und Schwerpunkte wie folgt beschreiben:

Die Kernaufgaben der Sozialdienste sind fachliche Diagnostik und Beratung, Vernetzung (intern und extern) und Vermittlung sozialer Hilfen. Sozialarbeiterische oder sozialp√§dagogische Ma√ünahmen werden mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebenslage der Gefangenen in psychischer, sozialer und/oder materieller Hinsicht geplant, organisiert und durchgef√ľhrt. Bei entsprechender Qualifikation werden Angeh√∂rige des Sozialdienstes auch in therapeutischen Bereichen t√§tig. Die wesentlichen sozialen Beratungsangebote in Form von Schuldnerberatung, Suchtberatung, Beratung √ľber soziale Rechte und Pflichten, Beratung von Inhaftierten mit Migrationshintergrund und von ausl√§ndischen Inhaftierten werden vorgehalten. Behandlungsma√ünahmen in Gruppen z.B. delikt- und problemorientiert sowie dem Sozialen Training stellen weitere Schwerpunkte dar. Wohngruppenarbeit wird, soweit in den Justizvollzugseinrichtungen vorgehalten, durch den Sozialdienst begleitet.

Neben den origin√§ren Schwerpunktaufgaben wirken die Angeh√∂rigen der Sozialdienste bei zahlreichen Aufgaben des Justizvollzuges mit, wie z.B. bei der Vollzugsplanung, bei Lockerungsentscheidungen, bei Stellungnahmen zur Bew√§hrungsentlassung und F√ľhrungsberichten, bei der praktischen Umsetzung des √úbergangsmanagements, bei der Aus- und Fortbildung und vielem mehr.

In Einzelfällen werden Angehörige der Sozialdienste mit der Leitung von Vollzugsabteilungen betraut und entsprechend mandatiert.

Die Angeh√∂rigen der Sozialdienste decken somit im Team ‚ÄěGesamtanstalt‚Äú wesentliche Bereiche der Betreuung und Behandlung der Inhaftierten und Jugendarrestanten ab. Die enormen Anforderungen und t√§glichen Herausforderungen im Justizvollzug und Jugendarrest sowie die Bew√§ltigung zus√§tzlicher Aufgaben, die zum Beispiel aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen geleistet werden, fordern den Bediensteten alles ab. Dies, und die Vielseitigkeit des Arbeitsfeldes macht die Laufbahngruppe des gehobenen Sozialdienstes besonders abwechslungsreich und interessant.

Der BSBD-Fachbereich f√ľr den gehobenen Sozialdienst m√∂chte sich im gut verstandenen Sinne der gemeinsamen Fortentwicklung des Justizvollzuges / des Jugendarrestes f√ľr die Belange der Sozialarbeit / Sozialp√§dagogik einsetzen und hierbei im Austausch mit den anderen Diensten im Justizvollzug / Jugendarrest Perspektiven entwickeln und Ziele formulieren.